Studie: Mehrzahl der Unternehmen sieht hohen Bedarf an KI-Schulungen
Nach einer Umfrage des TÜV-Verbandes sehen insgesamt jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) einen hohen oder sehr hohen Bedarf an Weiterbildung im Bereich KI. 17 Prozent schätzen den Bedarf als sehr hoch ein, 33 Prozent als eher hoch. Knapp ein Drittel (30 Prozent) sieht einen eher geringen Bedarf und immerhin 19 Prozent gar keinen. Besonders ausgeprägt ist der Qualifizierungsbedarf in Unternehmen, die KI einsetzen (71 Prozent) und in großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden (70 Prozent).
Inhaltlich steht vor allem der breite Einstieg in die Nutzung von KI im Vordergrund: 72 Prozent der Unternehmen nennen anwendungsorientiertes KI-Wissen als zentrales Qualifizierungsziel, 67 Prozent ein grundlegendes Verständnis der Technologie. „KI entfaltet ihren Nutzen erst dort, wo Unternehmen gleichzeitig in Technologie und Kompetenzen investieren.“, erklärt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbandes, in einer Mitteilung. „Jetzt kommt es darauf an, den Kompetenzaufbau systematisch voranzutreiben.“
Spezialisierte Kompetenzen zur Integration von KI in Unternehmensprozesse werden von 39 Prozent genannt, fortgeschrittene Kenntnisse für den Einsatz von unternehmensspezifischen KI-Tools von 38 Prozent. Dahinter steht ein tiefgreifender Wandel in den Unternehmen: KI wird zunehmend Teil betrieblicher Prozesse. Zum Beispiel steuert sogenannte Industrial AI Maschinen und Roboter, optimiert Produktionsabläufe oder übernimmt Aufgaben der Qualitätssicherung. Beschäftigte sollten grundlegend auf allen Ebenen verstehen, wie KI funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und wie sich ihre Ergebnisse fachlich einordnen lassen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an spezialisierten Fachkräften wie Data Scientists, KI-Architektinnen oder Automatisierungsexperten, die KI-Systeme entwickeln und in bestehende IT- oder Produktionsumgebungen integrieren. „Der Engpass liegt nicht allein bei Rechenleistung, Modellen oder Tools, sondern auch bei der Fähigkeit, KI sicher, effizient und wertschöpfend in Unternehmensprozesse zu integrieren. “, sagt Bühler.
Grundlage der Studienergebnisse ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter Personalverantwortlichen von 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden in Deutschland. Befragt wurden von Januar bis März 2026 Verantwortliche für Weiterbildung, Geschäftsführer, CEOs und Vorstände.
(Mit Pressematerial des TÜV-Verbandes)