Bundesbürger bewerten ihre digitale Kompetenz mit „befriedigend“
Für mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) entwickeln sich die digitale Technologien schneller weiter, als sie sich die entsprechenden Fähigkeiten aneignen können. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Bevölkerungsbefragung anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 26. Juni 2026, deren Auswertungen der Digitalverband Bitkom vorgestellt hat. Zudem bewerten die Bundesbürger ihre eigenen Digitalkompetenzen – wie sicher digitale Geräte bedient und technische Anwendungen wie Software oder Apps sinnvoll genutzt werden können – im Schnitt mit der Schulnote „befriedigend“ (2,6). Besonders deutlich sind der Befragung zufolge die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während sich die 16- bis 29-Jährigen im Schnitt eine 2,1 geben, bewerten die über 75-Jährigen ihre Digitalkompetenz nur mit 3,6, heißt es in einer Mitteilung der Bitkom.
Um sich neue digitale Kenntnisse anzueignen, setzen viele Menschen zunächst auf Eigeninitiative. Drei Viertel (75 Prozent) probieren Neues eigenständig aus. Fast ebenso viele (71 Prozent) lassen sich digitale Fähigkeiten von Freundinnen und Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern erklären. Rund die Hälfte (49 Prozent) nutzt Videos, etwa auf YouTube, um sich neue digitale Kenntnisse anzueignen und 45 Prozent haben bereits KI-Anwendungen wie ChatGPT dafür angewendet. Klassische Lernangebote werden seltener genutzt: 37 Prozent haben bereits Online-Seminare oder -Schulungen besucht, gut ein Viertel (27 Prozent) Seminare oder Schulungen vor Ort.
Grundsätzlich stehen die Menschen in Deutschland der Digitalisierung positiv gegenüber. 83 Prozent sehen sie als Chance für die Gesellschaft. Für viele sind digitale Geräte und Anwendungen längst fester Bestandteil des Alltags: 80 Prozent sagen, dass digitale Geräte und Anwendungen ihr Leben leichter machen, 78 Prozent können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Zudem finden 63 Prozent, dass sich digitale Geräte und Anwendungen heute einfacher einrichten und in Betrieb nehmen lassen als früher.
Gleichzeitig bestehen aber auch Unsicherheiten: mehr als ein Drittel (36 Prozent) hat Hemmungen, digitale Angebote etwa von Banken, Online-Shops oder Behörden zu nutzen. 18 Prozent würden lieber in einer Welt ohne digitale Technologien leben. Auch mit Blick auf die Gesellschaft insgesamt bleibt digitale Teilhabe also eine Herausforderung. 60 Prozent der Menschen in Deutschland sehen die Gesellschaft als digital gespalten. Damit ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr (67 Prozent) zwar zurückgegangen, liegt aber weiterhin auf hohem Niveau.
(mit Informationsmaterial der Bitkom)