„AI Brain Fry“: Überlastung durch intensive KI-Nutzung – 4 Tools sind zu viel!
Die übermäßige Nutzung oder Überwachung von KI-Tools kann über die AnwenderInnen kognitiv überfordern und zu „geistiger Müdigkeit“ führen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der US-amerikanischen University of California gemeinsam mit der Unternehmensberatung Boston Consulting Group an etwa 1.500 Vollzeitbeschäftigten in den USA, die im Management-Magazin Harvard Business Review (HBR) von den AutorInnen selbst vorgestellt wurde. Die Wissenschaftler nennen diese Überforderung durch KI „Brain Fry“.
Die Teilnehmer der Untersuchung beschrieben dem Bericht zufolge ein „Summen“-Gefühl oder einen mentalen Nebel mit Konzentrationsschwierigkeiten, langsamerer Entscheidungsfindung und Kopfschmerzen. Diese KI-assoziierte mentale Belastung ist mit erheblichen Kosten verbunden, in Form von erhöhten Mitarbeiterfehlern, Entscheidungsmüdigkeit und Kündigungsabsicht.
Gleichzeitig stellt die Untersuchung heraus, dass Burnout-Tendenzen zurückgehen, wenn repetitive Aufgaben von KI ersetzt würden – es gibt also positive wie negative Stersseffekte durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz. Als besonders stressig haben die Forscher die menschliche Aufsicht über KI-generierte Arbeitsergebnisse herausgearbeitet: Die Menge der auf die Beschäftigten einströmenden Informationen überfordert viele der Befragten. Auch wurde eine Arbeitsverdichtung durch den Einsatz von KI-Tools gemessen.
„Wir haben auch einen faszinierenden Zusammenhang zwischen der Anzahl der gleichzeitig verwendeten KI-Tools und der wahrgenommenen Produktivitätssteigerung festgestellt“, schreiben die Autoren im HBR. Wenn Mitarbeiter von einem KI-Tool auf zwei gleichzeitig umsteigen, erleben sie einen deutlichen Produktivitätssteigerung. Wenn sie ein drittes Tool integrieren, steigt die Produktivität wieder, aber mit einer geringeren Rate. Nach drei Tools sanken jedoch die Produktivitätswerte.Multitasking sei „notorisch unproduktiv, und doch fallen wir immer wieder auf seine Verlockung herein“.
Die Erfahrung von Brain Fry teilten in der Untersuchung insgesamt 14 Prozent der Beschäftigten – in einzelnen Branchen und Berufsgruppen war der Anteil derjenigen, sie solche Ermüdungserscheinungen hatten, aber deutlich höher. Mehr als jeder Vierte im Marketing-Bereich (26 %) kannte das Gefühl von „Brain Fry“, gefolgt von MitarbeiterInnen im Personalwesen, im Handel und im IT-Bereich. Sie beschrieben das Phänomen auch als „Nebel“, Unfähigkeit, klar zu denken, wie ein „geistiger Kater“, bestehend aus Konzentrationsschwierigkeiten, langsamerer Entscheidungsfindung und Kopfschmerzen.