Matt Shumers eindringliche Warnung: Etwas Großes passiert
Der US-KI-Unternehmer Matt Shumer hat eindringlich vor den Jobkonsequenzen der aktuell immer stärker werdenden KI-Modelle gewarnt. Beginnende mit den Softwareentwicklern werde sich das Potenzial des Ersatzes der Tätigkeiten durch KI auf alle Berufsgruppen der Wissensarbeiter schnell ausbreiten. „Wenn dein Job hauptsächlich am Bildschirm stattfindet – Lesen, Schreiben, Analysieren, Entscheiden, Kommunizieren – dann wird KI einen erheblichen Teil davon übernehmen. Nicht irgendwann. Es hat begonnen.“
Shumer vergleicht die erstarkende Künstliche Intelligenz mit dem ersten Aufkommen des Covid-19-Virus, das vielerorts unterschätzt und kleiner gedacht wurde, als die Bedrohung am Ende war. „Ich glaube, wir befinden uns gerade in der Phase ‚Das wirkt übertrieben‘ von etwas, das viel, viel größer ist als Covid.“ Er selbst habe auch als KI-Unternehmen kaum Einfluss auf das, was geschehen werde – vielmehr werde die Zukunft wird „von erstaunlich wenigen Menschen gestaltet: ein paar hundert Forschern bei einer Handvoll Unternehmen … OpenAI, Anthropic, Google DeepMind und einige andere“. Shumer zielt zunächst auf die eigene Arbeit als Softwareentwickler, insbesondere mit der Veröffentlichung der neuen Modelle GPT5.3 Codex von OpenAI und Opus 4.6 von Anthropic sei klar, dass er für diese Arbeit nicht mehr gebraucht werde: „Ich beschreibe in normalem Englisch, was ich gebaut haben möchte, und es … erscheint einfach. Kein Rohentwurf, den ich noch korrigieren muss. Das fertige Produkt. Ich sage der KI, was ich will, gehe vier Stunden vom Computer weg und komme zurück – und die Arbeit ist erledigt.“
Dabei seien die Tech-Arbeiter nur die erste Berufsgruppe, die von KI-Substitution so stark betroffen sind – auch, weil die KI-Entwickler in die Verbesserung der Code-Fähigkeiten der Modelle zunächst mehr Anstrengung gelegt hätten (mit dem Ziel, dass die KI sich schneller selbst verbessern könne). Nun stünden, so Shumer, diese Veränderungen aber auch allen anderen Wissensarbeitern ins Haus: „Recht, Finanzen, Medizin, Buchhaltung, Beratung, Schreiben, Design, Analyse, Kundenservice. Nicht in zehn Jahren. Die Menschen, die diese Systeme bauen, sagen ein bis fünf Jahre.“ Es sei ein Fehler, die Leistungsfähigkeit der KI-Modelle anhand der kostenlosen Varianten der Modelle einzuschätzen. Diese seien in ihrer Qualität ein Jahr hinter den leistungsstarken Bezahlvarianten zurück.
Gleichzeitig sieht Shumer in der dramatischen Darstellung auch einen Appell zum schnellen Handeln – wer sich jetzt mit den schnellsten und besten Modellen auseinandersetze und Nutzen generiere, der verschaffe sich auch im alten Job einen Vorteil. Shumer rät dazu, sich täglich mindestens eine Stunde konstruktiv mit KI zu befassen. „Nicht nur darüber lesen – benutzen. Neues ausprobieren. Schwierige Aufgaben stellen. Sechs Monate lang. Du wirst besser verstehen, was kommt, als fast alle anderen.“