KI-Einsatz in kleinen Unternehmen: Nutzung steigt, Budget eher nicht
Etwa jedes dritte Kleinstunternehmen (34 Prozent) in Deutschland automatisiert nach eigenen Angaben bereits Teilprozesse mithilfe von Künstlicher Intelligenz, 41 Prozent nutzen KI inzwischen täglich und fast zwei Drittel mehrmals in der Woche. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung von knapp 3.000 Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmen (weniger als zehn Beschäftigte) durch den Softwareanbieter Lexware, die im Mai 2026 zum wiederholten Mal durchgeführt wurde und deren Ergebnisse das Unternehmen jetzt veröffentlicht hat. Demnach können sich mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen, KI-Systeme selbständig ganze Arbeitsbereiche übernehmen zu lassen, gleichzeitig verfügt nur ein geringer Teil der Unternehmen (15 Prozent) über eine ausformulierte KI-Strategie. In Mecklenburg-Vorpommern sind knapp 90 Prozent der Unternehmen Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bundesweit nach Lexware-Angaben über 80 Prozent.
Die Befragung wurde bereits in zwei Wellen durchgeführt und verzeichnet in allen Bereichen eine wachsende KI-Nutzung seit der ersten Erhebung im September 2025. Gegenüber dem Vorjahr habe sich das Einsatzspektrum erheblich erweitert, heißt es in dem nun veröffentlichtem Whitepaper. Zwar stünden weiterhin klassische Wissens- und Kommunikationsaufgaben im Mittelpunkt der KI-Anwendungen. „Besonders stark wächst die Nutzung dort, wo zentrale Entscheidungen getroffen und betriebliche Leistungen erbracht werden“. Erheblich fällt demnach der Bedeutungszuwachs von KI-Anwendungen im Bereich Finanzen und Buchhaltung der Kleinstunternehmen aus (+ 14 Prozentpunkte). Aber auch in der Produktentwicklung (+11) und im IT-Bereich (+10) setzen viele der kleinen Betriebe inzwischen stärker KI-Tools ein.

Gleichzeitig entdeckt die Untersuchung ein „Spannungsfeld“ zwischen anhaltend hohen Erwartungen an die Potenziale Künstlicher Intelligenz in kleinen Unternehmen und der vergleichsweise geringen Investitionsbereitschaft. Deutlich mehr als zwei Drittel der Betriebe erwarten einen zunehmenden Nutzen durch generative KI für ihre Arbeit, knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) plant aber keine höheren Ausgaben für KI-Tools als bislang – und auch nicht für KI-Schulungen. Nur jedes zehnte Unternehmen gibt überhaupt Geld für KI-Schulungen aus, allerdings wird der Stundenaufwand für entsprechend hauptsächlich informelle „Lernzeit“ im Monat auf etwa acht Stunden geschätzt.
(Grafiken: bereitgestellt von Lexware)