KI-Berufe nach Berufsgruppen, 1. Quartal 2026; Quelle: Quelle: Indeed Hiring Lab

„AI“ und „KI“ in immer mehr Jobtiteln – auch außerhalb der Tech-Branche

Immer mehr Unternehmen suchen bei neuem Personal gezielt nach KI-Expertise – und denken sich dabei immer mehr Job-Titel mit KI-Bezug aus. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der deutsche Arbeitsmarkt nach einer Analyse des Job-Portals Indeed genau 288 neue Jobtitel, in denen die Implementierung von KI explizit im Fokus der Tätigkeit steht. 64 Prozent dieser „KI-geprägten“ Berufe in Deutschland seien dabei nicht im Tech-Sektor angesiedelt, schreibt Indeed in dieser Woche in einer Mitteilung. Weil Unternehmen den KI-Bezug direkt in die offizielle Berufsbezeichnung aufnähmen, gehe Indeed davon aus, „dass die Technologie vom bloßen Hilfsmittel zum Kern der Tätigkeit geworden ist“.

Dabei werden offenbar eher traditionelle Büro- bzw. Wissensberufe zunehmend durch die Sprache der KI neu definiert. Unternehmen suchten aktuell gezielt nach „Sachbearbeitern für Digitalisierung mit Schwerpunkt KI“, „HR AI & Automation Managern“ zur Effizienzsteigerung im Personalwesen oder „Sales Operations Managern für KI-basierte Vertriebsprozesse“. Auch im Kundenservice („AI Customer Support Manager“), in der Rechtsberatung („Rechtsanwalt für KI-Regulatorik“), im Marketing („AI-Driven Content Creator“) und in der Bildung („Dozenten für KI & Digitale Bildung“) weisen Jobtitel inzwischen explizit auf den KI-Fokus hin.

4 Prozent aller Jobangebote mit KI-Bezug

Im internationalen Vergleich ist Deutschland zumindest im europäischen Raum offenbar führend bei der Suche nach KI-Expertise bei Stellenausschreibungen – oder wirkt jedenfalls besonders KI-affin bei der Beschreibung der neuen Tätigkeiten. Länderübergreifend weise der europäische Markt im ersten Quartal 2026 genau 804 neue Jobtitel mit AI/KI-Nennung auf, davon 288 allein in Deutschland, mit Abstand gefolgt von Großbritannien (160 Titel), Frankreich (138), Spanien (84) und den Niederlanden (81). In Deutschland nehmen laut Indeed diese Jobs mit KI-Bezug inzwischen gut vier Prozent aller ausgeschriebenen Berufe ein.

Der große Anteil von KI-bezogenen Jobangeboten außerhalb des Tech-Bereiches lässt nach Einschätzung des Stellenportals darauf schließen, dass der Umgang mit Künstlicher Intelligenz inzwischen zur branchenübergreifenden Standardanforderung werde. „In vielen Berufen müssen Arbeitnehmer potenziellen Arbeitgebern schon jetzt konkret aufzeigen, wie sie KI in ihren eigenen Arbeitsalltag integrieren“, sagt Virginia Sondergeld, Ökonomin und Arbeitsmarktexpertin bei Indeed. In den durch KI neu entstehenden Berufsbildern gingen die Anforderungen jedoch über den Umgang mit den gängigen Tools hinaus. „Es werden Talente gesucht, die Anwendungsfälle und Potenzial für Automatisierung identifizieren, Sprachmodelle und Agenten so weiterentwickeln, dass hiervon eine ganze Abteilung oder das gesamte Unternehmen profitieren kann“, so Sondergeld.

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