KI-Wirkung auf Produktivität und Beschäftigung – Sind wir am Wendepunkt?
Eine Studie vom Cambridge National Bureau of Econmic Research (Februar 2026) deutet auf einen noch moderaten Impact von KI auf die Produktivität in Unternehmen hin. Wie das Institut auf Basis einer repräsentativen, international angelegten Befragung von 6.000 Führungskräften ausweist, geben über 80 % der Unternehmen nach drei Jahren KI-Nutzung an, dass es keine Auswirkungen auf Beschäftigung oder Produktivität gäbe. Allerdings prognostizieren die Unternehmen für die kommenden drei Jahren erhebliche Auswirkungen, wobei KI die Produktivität um 1,4 % steigern, die Produktion um 0,8 % steigern und die Beschäftigung um 0,7 % reduzieren werde.
Bereits einen Wendepunkt bei der Produktivitätssteigerung – nach Jahren großer Investitionen in KI-Infrastruktur ohne messbaren Gewinn – sieht der Stanford-Ökonom Erik Brynjolfsson in einem Gastbeitrag für die Financial Times, über den FAZ PRO Digitalwirtschaft berichtet. Brynjolfssons Argumentation stützt sich auf eine gerade veröffentlichte Revision des amerikanischen Arbeitsministeriums. Das Bureau of Labor Statistics korrigierte die Beschäftigungszahlen für das Jahr 2025 drastisch nach unten: Statt der ursprünglich gemeldeten 584.000 neuen Stellen wurden lediglich 181.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Während die Beschäftigung also kaum wuchs, expandierte die Wirtschaft weiter kräftig. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte seiner Analyse zufolge im vierten Quartal 2025 mit einer annualisierten Rate von 3,7 Prozent zu. Wenn eine Volkswirtschaft deutlich mehr produziert, aber kaum mehr Menschen dafür beschäftigt, bleibe als Erklärung ein Produktivitätssprung.