BCG-Studie: KI-Nutzer in deutschen Unternehmen weniger effizient und zufrieden
Drei von vier Beschäftigten ohne Führungsverantwortung und sogar 91 Prozent der Führungskräfte in Deutschland nutzen einer Untersuchung der Boston Consulting Group zufolge KI-Anwendungen. Damit liegt die KI-Nutzung in Deutschland durchaus auf internationalem Niveau – allerdings sind die deutschen NutzerInnen der Studie zufolge weniger zufrieden mit der KI-Nutzung und beschreiben eine geringere Zeitersparnis, als in anderen Ländern. „Während weltweit 57 Prozent der Beschäftigten ohne Führungsverantwortung angeben, dass KI ihre Arbeitszufriedenheit erhöht hat, sind es hierzulande lediglich 51 Prozent. Bei Führungskräften fällt der Unterschied noch deutlicher aus: Global berichten 71 Prozent von positiven Effekten auf ihre tägliche Arbeit, in Deutschland nur 52 Prozent“, so das Ergebnisse BCG-Untersuchung.
In einer Mitteilung der BCG erklärt deren KI-Expertin Nina Kataeva die deutsche Situation auch mit Defiziten in der Arbeitsorganisation: „Viele Unternehmen in Deutschland konzentrieren sich noch immer auf die Einführung neuer KI-Anwendungen. Die eigentliche Herausforderung besteht inzwischen jedoch darin, Mitarbeitenden Orientierung zu geben und Arbeit neu zu organisieren“.
Die geringere Zufriedenheit spiegele sich auch im wahrgenommenen Nutzen wider: Während weltweit 42 Prozent der Beschäftigten berichten, durch KI mindestens einen Arbeitstag pro Woche einzusparen, gelingt dies in Deutschland lediglich 28 Prozent. Zufriedenheit und Produktivitätsgewinne in den Unternehmen entstünden jedoch nicht von selbst, erklärt Kataeva: „Beschäftigte erwarten heute mehr als den Zugang zu neuen Tools“, sie wollten vielmehr verstehen, wie sich ihre Rolle verändere und welchen Platz künstliche Intelligenz in ihrer täglichen Arbeit einnehmen solle. „Wo diese Klarheit fehlt, bleiben auch die positiven Effekte begrenzt.“
Unternehmen, die ihre Prozesse hingegen konsequent auf den KI-Einsatz ausrichteten, erzielten bessere Geschäftsergebnisse, schafften mehr Zufriedenheit und produktivere Arbeitsbedingungen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Beschäftigten in solchen Unternehmen berichteten von einem Zeitgewinn von mindestens einem Arbeitstag pro Woche.