Bitkom: Mehr als jede/r Zweite in Deutschland nutzt KI
Deutlich mehr als die Hälfte aller BundesbürgerInnen über 16 Jahren nutzen inzwischen KI-Tools – je nach Alter variiert die Intensität des Einsatzes. Eine repräsentative Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom hat ergeben, dass bereits jede und jeder Dritte (34 Prozent) KI mindestens einmal pro Woche nutzt, 15 Prozent sogar täglich. Unter den 16- bis 29-Jährigen verwenden 29 Prozent jeden Tag KI, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 22 Prozent. Insgesamt setzen 58 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 16 Jahren KI ein.
Dabei haben die Befragten einen überwiegend positiven Blick auf KI: 69 Prozent sehen KI eher als Chance, 27 Prozent eher als Gefahr. Allerdings nimmt die Skepsis leicht zu: Im Vorjahr waren es noch 74 Prozent bzw. 23 Prozent. 69 Prozent sehen KI eher als Chance, 27 Prozent eher als Gefahr. Allerdings nimmt die Skepsis leicht zu: Im Vorjahr waren es noch 74 Prozent bzw. 23 Prozent. Dabei gibt es nach Aussage der Bitkom deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während bei den 16- bis 29-Jährigen 81 Prozent KI eher als Chance sehen würden, seien es bei den Über-65-Jährigen nur 58 Prozent. Umgekehrt sehen der Untersuchung zufolge 37 Prozent der Älteren KI eher als Gefahr, in der jüngsten Altersgruppe sind es nur 17 Prozent. „Künstliche Intelligenz ist schneller im Alltag angekommen als jede andere Innovation zuvor“, sagte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Deutschland müsse KI nicht nur nutzen, sondern mitgestalten und die Skeptiker dabei mitnehmen. Dazu gehöre es auch, offen über die Grenzen und Risiken von KI zu diskutieren, zugleich aber auch über die enormen Möglichkeiten.
Differenzierte Bewertung von KI am Arbeitsplatz
Gerade in der Arbeitswelt spaltet die KI die Belegschaften in Unterstützer und Gegner: 49 Prozent hätten gerne eine KI als persönlichen Assistenten im Job. Umgekehrt lehnen aber 45 Prozent eine Unterstützung durch KI bei ihrer Arbeit grundsätzlich ab. „KI kann Arbeit sicherer, besser und effizienter machen“, so Wintergerst. „Teilhabe und Kommunikation sind jetzt das A und O in den Unternehmen. Das Management muss Transparenz herstellen, seine KI-Strategie gut erklären und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so mit KI-Kompetenzen ausstatten, dass sie den Weg in die KI-Zukunft mitgehen und mitgestalten können.“
Zu wenig Weiterbildung zu KI-Themen
Wie der Digitalverband beschreibt, nehmen viele Unternehmen ihre Beschäftigten bei der Einführung von KI noch nicht ausreichend mit: Nur 21 Prozent der Erwerbstätigen haben bereits eine KI-Fortbildung ihres Arbeitgebers genutzt, bei weiteren 13 Prozent gibt es solche Angebote, die sie bisher aber noch nicht wahrgenommen haben. Dagegen gibt es bei 37 Prozent keine KI-Fortbildungen, weitere 24 Prozent wissen es nicht sicher, gehen aber davon aus, dass keine entsprechenden Angebote vorhanden sind.
Viele Erwerbstätige sehen dennoch heute bereits Vorteile von KI am Arbeitsplatz: Sie erleichtert Routineaufgaben (47 Prozent) und spart Arbeitszeit (47 Prozent), schafft Freiräume für wichtigere Aufgaben (43 Prozent) und ermöglicht schnellere Problemanalysen (41 Prozent). 39 Prozent sehen eine Beschleunigung von Prozessen, ebenso viele eine Verringerung von Fehlern. 26 Prozent nennen geringere Kosten als Vorteil, aus Sicht von je 25 Prozent erhöht KI die eigene Leistungsfähigkeit und steigert die Motivation. 19 Prozent erwarten durch KI Expertenwissen, 17 Prozent generell bessere Arbeitsergebnisse und ebenfalls 17 Prozent eine höhere Kreativität.
22 Prozent sorgen sich um eigenen Arbeitsplatz
Bei den Nachteilen dominieren Fragen zu Verantwortung, Kontrolle und dem menschlichen Kontakt: 62 Prozent sagen, es sei unklar, wer für Fehler einer KI verantwortlich ist, 59 Prozent kritisieren, dass unklar sei, wohin die Daten gehen, die für die KI genutzt werden. 55 Prozent bemängeln weniger menschlichen Kontakt bei der Arbeit. 34 Prozent befürchten, sich zu sehr auf die KI zu verlassen und dadurch Fähigkeiten zu verlernen. 22 Prozent haben Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, ebenso viele fürchten, die Kontrolle über Entscheidungen zu verlieren. 20 Prozent empfinden die Nutzung von KI als zu kompliziert, 19 Prozent fühlen sich durch KI kontrolliert und ebenso viele finden, dass KI die eigene Arbeit weniger wertvoll macht. 17 Prozent fühlen sich durch den Einsatz von KI unter Druck gesetzt. 12 Prozent sagen, dass eine KI die einfachen Aufgaben übernehmen könnte, die ihnen bislang Verschnaufpausen bei der Arbeit bieten, und 10 Prozent sehen KI als Bremse, die sie bei der Arbeit aufhält. 7 Prozent meinen, ihr Arbeitgeber gebe zu viel Geld für KI aus.