Einsatzfelder von KI in der Softwareentwicklung Quelle: BearingPoint

Für Dokumentation und Code: Starker KI-Einsatz in IT-Firmen

Die Mehrheit der Unternehmen im Bereich Softwareentwicklung setzt Künstliche Intelligenz bereits entlang verschiedener Phasen des Softwareentwicklungsprozesses ein. Von einer flächendeckenden Industrialisierung ist die Branche jedoch noch weit entfernt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter 112 Führungskräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in dieser Woche veröffentlicht wurde. Demnach nutzen 73 Prozent der befragten Unternehmen KI bislang punktuell, während lediglich 18 Prozent die Technologie bereits fest in ihre Entwicklungsprozesse integriert haben. Entgegen verbreiteter Annahmen führe der zunehmende KI-Einsatz in Softwareunternehmen aber bislang nicht zu einer sinkenden Nachfrage nach Entwicklerinnen und Entwicklern. Während KI viele Routineaufgaben übernähme, würden Unternehmen weiterhin einen hohen Bedarf an qualifizierten Entwicklern sehen und investierten derzeit verstärkt in KI-Kompetenzen.

Der Untersuchung zufolge verschiebe Künstliche Intelligenz die Arbeit in der Softwarebranche in Richtung höherwertiger Tätigkeiten. 59 Prozent der Unternehmen gaben demnach an, Stellen für KI-Experten bzw. KI-Entwickler und Entwicklerinnen „aufbauen“ oder „eher aufbauen“ zu wollen. Für Softwareentwickler sagten das 27 Prozent – sowohl für Junior-, als auch für Seniorentwicklerstellen. Demnach bricht der Arbeitsmarkt für Nachwuchs nicht ein, auch wenn etwas mehr Unternehmen im Junior-Bereich abbauen wollen (16 Prozent) als bei den erfahreneren Kolleginnen und Kollegen (7 Prozent). Erst vor wenigen Tagen hatte auch der Digitalverband Bitkom eine Untersuchung veröffentlicht (Beitrag dazu bei HITL), die für die kommenden Jahre eher von einer Verschärfung des Fachkräftemangels im IT-Bereich in Deutschland ausgeht und eher eine wachsende Nachfrage nach KI-Experten erwartet.

BearingPoint hat zudem herausgearbeitet, dass KI in den Entwicklerfirmen nicht ausschließlich für die Code-Generierung eingesetzt wird. Besonders häufig unterstützen KI-Lösungen die Dokumentation (77 Prozent), die Code-Generierung (76 Prozent) sowie Qualitätssicherung und Code-Reviews (74 Prozent). Auch in Architektur, Design, Testing und Testdatenerzeugung ist die Nutzung bereits verbreitet. Die befragten Unternehmen berichten von spürbaren Vorteilen durch KI-gestützte Entwicklung. 81 Prozent beobachten demnach höhere Entwicklungsgeschwindigkeiten, 77 % sehen Vorteile beim Prototyping und 74 % eine Entlastung bei Routineaufgaben. Die tatsächlichen Effizienzgewinne fielen bei den Befragten unterschiedlich aus.

Trotz positiver Erfahrungen sehen viele Unternehmen aber auch erhebliche Hürden auf dem Weg zur breiteren Nutzung von KI. Mit 70 Prozent stehen Sicherheits- und Compliance-Risiken an erster Stelle der genannten Herausforderungen. Ebenfalls häufig genannt werden die Auswahl geeigneter Tools (61 %) sowie die Integration der Lösungen in bestehende Prozesse (58 %). Als Reaktion darauf haben bereits drei von vier Unternehmen interne KI-Richtlinien eingeführt oder teilweise umgesetzt.

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