In Stellenanzeigen angegebene Gehälter für KI-Berufe nach Berufsgruppe (2026) Quelle: LinkedIn Economic Graph Research Institute, The AI Talent Divide: Strong Demand and Pay, Uneven Returns, August 2026, S. 3.

US-Studie: Technische KI-Jobs wachsen stark und werden gut bezahlt

Laut einer Analyse des LinkedIn Economic Graph Research Institute hat sich die Zahl der Stellenanzeigen für technische KI-Berufe in den USA innerhalb weniger Jahre ungefähr verdoppelt. Zugleich liegt die typische ausgeschriebene Jahresvergütung der untersuchten KI-Stellen bei rund 177.000 Dollar und damit bei mehr als dem Doppelten der 80.000 Dollar für Nicht-KI-Stellen. Innerhalb des KI-Arbeitsmarktes zeigt sich zugleich eine klare Abstufung. Hochqualifizierte Führungs- und Spezialistenrollen werden besonders gut vergütet, während leichter zugängliche Tätigkeiten wie das Kennzeichnen von Trainingsdaten deutlich niedriger bezahlt werden. In den besonders schnell wachsenden Berufen AI Engineer und Forward Deployed Engineer ist die Gen Z besonders stark vertreten: Bei Neueinstellungen stellt sie jeweils mehr als zwei Drittel.

Für den Bericht „The AI Talent Divide: Strong Demand and Pay, Uneven Returns“ hat das LinkedIn Economic Graph Research Institute US-Daten der Plattform aus den Jahren 2023 bis 2026 ausgewertet. Grundlage sind Stellenanzeigen mit Vergütungsangaben sowie Angaben aus LinkedIn-Mitgliederprofilen. Im Mittelpunkt stehen zwölf häufige technische KI-Berufe aus Entwicklung und Umsetzung. Untersucht werden Unterschiede bei Bezahlung, Bildungsniveau, Geschlecht und Altersstruktur.

Nachfrage nach KI-Fachkräften wächst stark

Die Zahl der Stellenanzeigen für die untersuchten technischen KI-Berufe hat sich im Vergleich der Zeiträume 2023/2024 und 2025/2026 ungefähr verdoppelt. Zugleich wird der KI-Arbeitsmarkt breiter und stärker ausdifferenziert: Besonders einige neuere Rollen wachsen sehr schnell. Ausschreibungen für „VP of AI“ versechsfachten sich etwa, während Generative AI Engineers, Data Annotators und Forward Deployed Engineers von kleiner Ausgangsbasis aus noch deutlich stärkere Zuwächse verzeichneten. AI Engineers und Machine-Learning-Ingenieure machen zusammen weiterhin fast zwei Drittel der betrachteten KI-Stellen aus.

Höhere Qualifikation geht mit höherer Vergütung einher

Rund 91 Prozent der Beschäftigten in den untersuchten KI-Berufen verfügen mindestens über einen Bachelor-Abschluss. In besonders hoch bezahlten Rollen wie „Head of AI“, „Director of AI“ oder „Member of Technical Staff“ liegt der Anteil noch höher. Über die untersuchten Berufsgruppen hinweg geht ein höherer Anteil formal Hochqualifizierter mit einer höheren ausgeschriebenen Vergütung einher. Umgekehrt sind leichter zugängliche KI-Tätigkeiten meist schlechter bezahlt. Stellen im Bereich der Kennzeichnung und Beschriftung von Trainingsdaten (Data Annotator) gehören zu den wenigen KI-Berufen mit geringeren formalen Zugangshürden, liegen beim typischen Gehaltsniveau aber sogar unter dem Durchschnitt der Nicht-KI-Stellen.

Anteil der Beschäftigten nach Bildungsabschluss und Beruf

Quelle: LinkedIn Economic Graph Research Institute, The AI Talent Divide: Strong Demand and Pay, Uneven Returns, August 2026, S. 6.

Jüngere Beschäftigte stark in neuen KI-Rollen vertreten

Beim Alter ist der Zusammenhang mit der Bezahlung deutlich schwächer als bei der formalen Qualifikation. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass jüngere Beschäftigte bei Neueinstellungen in mehreren neuen technischen KI-Berufen stark vertreten sind. Angehörige der Generation Z stellen mehr als zwei Drittel der Neueinstellungen bei AI Engineers und Forward Deployed Engineers. Auch in weiteren technischen Rollen entfällt ein großer Teil der Neueinstellungen auf Gen Z und Millennials. In Führungspositionen ist der Anteil jüngerer Beschäftigter dagegen geringer als in vielen technischen KI-Rollen. LinkedIn sieht darin Hinweise, dass neue KI-Berufe jungen Beschäftigten Zugänge zu einem stark wachsenden und gut bezahlten Arbeitsmarktsegment eröffnen.

Anteil der Neueinstellungen nach Generation und Beruf
Quelle: LinkedIn Economic Graph Research Institute, The AI Talent Divide: Strong Demand and Pay, Uneven Returns, August 2026, S. 8.

Frauen in KI-Berufen weiterhin unterrepräsentiert

Frauen machten 2025 nur 26 Prozent der Neueinstellungen in den untersuchten KI-Berufen aus, gegenüber 50 Prozent bei Nicht-KI-Berufen. In mehreren besonders gut bezahlten KI-Rollen liegt ihr Anteil noch niedriger.

Weiterführende Befunde zur Stellung von Frauen in KI-Berufen, KI-Unternehmen und Führungspositionen liefert die LinkedIn-Begleitstudie „The Triple Penalty: Mapping the Gender Gap in the AI Economy“. Die Ergebnisse haben wir im HITL-Beitrag LinkedIn: Triple Penalty – Frauen seltener in KI-Jobs, KI-Firmen und Führung“ zusammengefasst.

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