Mehr als jede zweite Lehrkraft in Deutschland nutzt KI für die Arbeit in Schulen
Mehr als jede zweite Lehrkraft (58 Prozent) setzt Künstliche Intelligenz für schulische Zwecke ein. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. Für eine große Mehrheit der Lehrkräfte überwiegen dabei grundsätzlich die Vorteile des KI-Einsatzes: Zwei Drittel (66 Prozent) der Lehrkräfte sehen Künstliche Intelligenz als Chance für die schulische Bildung. Gleichzeitig fühlen sich 58 Prozent der Lehrkräfte noch unsicher im Umgang mit KI. 27 Prozent betrachten sie überwiegend, 39 Prozent eher als Chance. Demgegenüber sehen 23 Prozent Künstliche Intelligenz eher als Risiko, sechs Prozent sogar überwiegend als Risiko für die Bildung.
42 Prozent der Lehrer fürchten Verdummung der Schüler
Neun von zehn Lehrkräften (89 Prozent) sind überzeugt, dass jede Schülerin und jeder Schüler lernen sollte, wie man KI nutzt. Dabei sehen die Lehrkräfte der Bitkom-Analyse zufolge durchaus auch Risiken für die geistige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen: 42 Prozent sagen, KI führe zur Verdummung von Schülerinnen und Schülern. 36 Prozent stimmen beiden Aussagen zu, halten also KI-Kenntnisse für nötig, obwohl sie aus ihrer Sicht zur Verdummung führt.
Jede fünfte Lehrkraft nutzt KI zur Ergebniskontrolle
Bislang steht bei der Nutzung die Vermittlung von KI-Kompetenzen im Vordergrund: 44 Prozent der Lehrkräfte setzen KI im schulischen Kontext ein, um sie der Schülerschaft zu erklären. 43 Prozent nutzen sie generell zur Wissensvermittlung im Unterricht. Rund ein Viertel (26 Prozent) verwendet KI zur Vorbereitung des Unterrichts, 23 Prozent zur Individualisierung von Unterrichtsmaterialien. Ein Fünftel (20 Prozent) setzt sie zur Kontrolle von Aufgaben und Prüfungen ein, 15 Prozent zur Vorbereitung von Prüfungen, Tests oder Klassenarbeiten. 13 Prozent geben Hausaufgaben auf, bei denen KI genutzt werden soll.
Schatten-KI: Nutzung privater Tools für schulische Zwecke
Dabei nutzen die Lehrkräfte sowohl dienstlich gestellte Tools, als auch private Accounts, zumindest ein Viertel (26 Prozent) geben an, ausschließlich oder zusätzliche für die Arbeit auch private KI-Accounts einzusetzen. Der Bitkom-Verband leitet daraus den Bedarf nach mehr Unterstützung für die Schulen und ein festes KI-Budget je Schüler ab: „Die Länder brauchen einen gemeinsamen KI-Aktionsplan mit einer Liste geprüfter Tools und einem jährlichen KI-Budget von 15 Euro je Schülerin und Schüler, damit Schulen passende Anwendungen und Weiterbildungen eigenverantwortlich finanzieren können“, schreibt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst in einer Mitteilung. Auch würden technische Ausstattung und Infrastruktur an den Schulen sehr unterschiedlich bewertet – etwa die Hälfte der Lehrkräfte bewertet diese als schlecht bis sehr schlecht. Zudem fordern viele Lehrerinnen und Lehrer mehr Zeit für Fortbildungen zu digitalen Themen und Methoden.
(Grafik: Bitkom)