Studie: KI beschleunigt und erschwert den Berufseinstieg
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz beschleunigt und erschwert nach Einschätzung vieler Führungskräfte und Beschäftigten den Berufseinstieg. Nach einer heute veröffentlichten Studie der IU Internationalen Hochschule in Erfurt sieht jede zweite Führungskraft (47,9 Prozent) in Deutschland in KI-Tools eine Chance für einen schnelleren Einstieg in anspruchsvollere Tätigkeiten. Ebenso viele Führungskräfte geben an, dass Künstliche Intelligenz gerade jene Aufgaben übernimmt, die bislang typischerweise von Berufsanfängern erledigt wurden. Etwa die Hälfte der Befragten mit Personalverantwortung erwartet nun, dass richtiges Prompting und die Fähigkeit zur kritischen Bewertung von KI-Ergebnissen künftig wertvolle Kompetenzen im Unternehmen sein werden. „Umso wichtiger ist es deshalb, Berufseinsteiger nicht aus den Augen zu verlieren. Sie brauchen die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig KI-Kompetenzen aufzubauen“, kommentiert IU-Wirtschaftsinformatikerin Anne Gfrerer ihre Forschungsergebnisse.
KI-Kompetenz „Grundvoraussetzung“ – aber Weiterbildung fehlt oft
Für die Studie „KI in der Arbeitswelt: Wie gelingt der Change“ hatte die IU Internationalen Hochschule in einer repräsentativen Untersuchung im vergangenen Frühjahr 2.000 Beschäftigte in Deutschland im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Knapp zwei Drittel (65,6 Prozent) der befragten Führungskräfte und mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) der Beschäftigten ohne Führungsverantwortung sehen in KI-Kompetenzen inzwischen eine „Grundvoraussetzung“ in vielen Berufsfeldern. Doch an der Vermittlung der neuen Fähigkeiten scheitern offenbar viele Unternehmen. 43,9 Prozent der Beschäftigten gaben gegenüber der Hochschule an, in den vergangenen zwölf Monaten gar keine Arbeitszeit für KI-Weiterbildung genutzt zu haben. Etwa die Hälfte dieser Gruppe hält KI-Weiterbildung für nicht notwendig. Ein Viertel derjenigen, die keine Weiterbildung nutzten, berichtete, dass ihr Unternehmen diese Fortbildung nicht wünscht. Aber auch fehlende Angebote, Informationen und Zeit spielten bei den Befragten eine große Rolle.
(Grafik: IU Internationale Hochschule, KI in der Arbeitswelt: Wie gelingt der Change)