Größte Sorgen vor Künstlicher Intelligenz in den Kulturwissenschaften; Quelle: EY Studierendenstudie 2026

Mehrheit der Studierenden blickt entspannt auf Berufsleben mit KI

Ein gutes Drittel von Studierenden (37 Prozent) sieht in Künstlicher Intelligenz eine Gefahr für ihre Karriere – unter Frauen (33 Prozent) ist der Anteil etwas geringer als unter Männern (40 Prozent). Keinerlei Gefahr sieht dagegen jede und jeder fünfte Studierende (22 Prozent). Insgesamt rechnet eine Mehrheit (55 Prozent) mit keiner oder allenfalls einer unbedeutenden Rolle der Künstlichen Intelligenz für das eigene Berufsleben. Das sind Ergebnisse aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY unter 2.000 Studentinnen und Studenten in Deutschland in diesem Frühjahr.

Große Skepsis bei Kultur- und Sprachwissenschaftlern

Größere Zukunftssorgen gibt es demnach sowohl bei den leistungsstarken und ebenso bei den schwächeren Studierenden: Dass Künstliche Intelligenz den eigenen Karriereweg gefährden wird, befürchten sowohl „unterdurchschnittliche“ Studierende (42 Prozent) als auch „exzellente“ Studierende (45 Prozent) häufiger als ihre eher durchschnittlich leistungsstarken Kommilitoninnen und Kommilitonen (36 Prozent). Mit Blick auf die Fachrichtungen zeigt sich: Befragte aus den Fachbereichen Kultur- (58 Prozent) sowie den Sprach- und Literaturwissenschaften (53 Prozent) sind deutlich skeptischer als der Durchschnitt, in den Natur- (26 Prozent) und den Sozialwissenschaften (27 Prozent) ist der Anteil der Studierenden mit Skepsis dagegen deutlich geringer.

Die Haltung zum KI-Impact auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist bei vielen Studierenden von Skepsis geprägt. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Studierenden sehen in der Künstlichen Intelligenz eine Gefahr für den Job-Markt. 27 Prozent der Befragten gehen hingegen von einer Verbesserung der Beschäftigungslage durch KI aus. Männer haben eine deutlichere Meinung zum Thema als Frauen, von denen knapp ein Viertel sagt, dass sie sich unsicher sind, in welche Richtung es sich entwickeln wird. 

Hohe KI-Nutzung im Studium, oft ohne Überprüfung

Gleichzeitig nutzen die allermeisten Studierenden KI-Tools inzwischen regelmäßig (87 Prozent), fast die Hälfte sogar täglich (Männer 49 Prozent, Frauen 40 Prozent). Unter den Befragten, die angaben, KI mehrere Male pro Woche zu nutzen, sind die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften mit 93 Prozent Spitzenreiter. Viele Studierende nutzen Künstliche Intelligenz ohne kritische Prüfung der Outputs: Weniger als ein Drittel der Befragten (29 Prozent) gibt an, die Inhalte und Antworten, die die Technologie für sie erstellt, immer zu überprüfen. Frauen (32 Prozent) geben etwas häufiger als Männer (26 Prozent) an, alle KI-Ausgaben noch einmal zu checken. Die beiden Fachrichtungen, in denen KI am kritischsten gesehen wird – in den Kultur- (35 Prozent) sowie den Sprach- und Literaturwissenschaften (34 Prozent) – überprüfen die angehenden Akademikerinnen und Akademiker am häufigsten grundsätzlich die Ergebnisse, die die Künstliche Intelligenz ihnen erstellt. Studierende der Wirtschaftswissenschaften (24 Prozent) und der Medizin (25 Prozent) belegen EY zufolge in Sachen kritischer Überprüfung die letzten Plätze.

(Grafiken: EY Studierendenstudie Künstliche Intelligenz, 2026)

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