Landesverwaltung setzt auf Open-Source-Lösung Nextcloud für digitale Unabhängigkeit
Nach Schleswig-Holstein will nun auch Mecklenburg-Vorpommern die Abhängigkeit von insbesondere US-amerikanischen Softwaranbietern reduzieren und auf Open-Source-Lösungen umsteigen. Wie das für Digitalisierung zuständige Finanzministerium mitteilte, setze Mecklenburg-Vorpommern mit der Einführung der Kollaborationslösung von Nextcloud für seine digitale Zusammenarbeit auf eine Open-Source-Plattform, die man „selbst kontrollieren, prüfen und weiterentwickeln“ könne. Nextcloud laufe demnach auf einer freien Lizenz, das Land könne den Quellcode jederzeit einsehen und nach eigenen Sicherheits- und Funktionsanforderungen anpassen. Aktuell nutzen dem Ministerium zufolge etwa 5.000 Landesbedienstete Nextcloud, um Dateien miteinander zu teilen. Der Umstieg von Microsoft Sharepoint sei schrittweise und ohne Datenverluste vollzogen worden.
„Wir planen, den Einsatz von Open Source kontinuierlich auszubauen und die Nutzung gemeinsamer Standards und offener Schnittstellen für IT-Lösungen der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben“, erklärte dazu Digitalisierungsminister Heiko Geue (SPD). Die Einführung von Nextcloud sei zudem Teil einer umfassenderen Open-Source-Strategie des Landes. Parallel dazu setze Mecklenburg-Vorpommern auf OpenProject als Alternative zu proprietären Projektmanagement-Lösungen und habe mit dem KI-Verwaltungschatbot LEA, der auf OpenWebUI basiert, einen eigenen, lokal kontrollierten KI-Assistenten für die Verwaltung entwickelt. Auch hier soll bewusst auf US-amerikanische LLM verzichtet werden, berichtet Heise Online und zitiert dabei den CIO des Landes im Digitalministerium, Marco Anschütz: „Stattdessen wollen wir auf europäische Sprachmodelle wie Mistral aus Frankreich oder Tilde aus Lettland setzen“. Allerdings werden weiterhin auch Microsoft-PCs in den Verwaltungen stehen – der Umstieg auf Linux-Rechner habe derzeit „keine Priorität“.