Schüler aus M-V: Mehrheit fühlt sich unzureichend auf KI vorbereitet
Knapp 80 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern nutzen KI für schulische Zwecke. Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte durch die Schule kaum oder gar nicht darauf vorbereitet. Eine Umfrage des Landesschülerrats zeigt eine Lücke zwischen verbreiteter Nutzung und schulischer Begleitung.
Rund 1.230 Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 nahmen Ende 2025 an der anonymen Onlinebefragung teil. Die Ergebnisse sind nicht ohne Weiteres auf die gesamte Schülerschaft übertragbar: Gymnasiasten sind mit 65,8 Prozent deutlich überrepräsentiert.
KI-Nutzung verbreitet, Vorbereitung lückenhaft
50,6 Prozent der Befragten nutzen KI gelegentlich für schulische Aufgaben, weitere 29,3 Prozent häufig. Die Frage nennt Hausaufgaben und Lernvorbereitung als Beispiele. Wie gut die Jugendlichen KI einsetzen, wurde nicht untersucht.
Deutlich fällt dagegen ihr Urteil über die schulische Vorbereitung aus: 55 Prozent fühlen sich kaum oder überhaupt nicht auf den Umgang mit KI vorbereitet. Nur 10 Prozent bewerten die Vorbereitung uneingeschränkt positiv, weitere 34 Prozent zumindest teilweise. Der Landesschülerrat sieht bei vielen Schülerinnen und Schülern „ein[en] deutliche[n] Bedarf an stärkerer und gezielter Vorbereitung im schulischen Umfeld“, wie es in seiner Auswertung heißt.
Auch Chancen und Risiken werden nach Wahrnehmung vieler Befragter wenig aufgegriffen. 49,8 Prozent geben an, dass diese an ihrer Schule eher nicht oder gar nicht thematisiert werden.

Sicheres Gefühl ist kein Kompetenznachweis
Trotz der kritisch bewerteten Vorbereitung fühlen sich 51,5 Prozent beim Einsatz von KI ziemlich oder sehr sicher. Das beschreibt ihre Selbsteinschätzung. Ob sie etwa fehlerhafte Antworten erkennen oder persönliche Daten angemessen schützen können, prüft die Umfrage nicht.

Zugleich äußern 56,3 Prozent Bedenken, dass persönliche Daten durch KI genutzt oder weitergegeben werden könnten. Der verbreitete Einsatz geht somit bei vielen mit Sorgen über den Umgang mit Daten einher.
Informatikunterricht erhält gemischte Bewertungen
Die Befragung nimmt auch den Informatikunterricht in den Blick. Hier fällt das Urteil gemischt aus: 29,2 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden, 28,8 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden. Die größte Gruppe bewertet den Unterricht mit 37,8 Prozent neutral. Digitale Ressourcen wie Hardware, Software und Lernplattformen halten 23,6 Prozent für mangelhaft oder sehr mangelhaft.
Ob und wie der Informatikunterricht zur KI-Kompetenz beiträgt, lässt sich daraus nicht ableiten. Der deutlichste Befund bleibt die von vielen wahrgenommene unzureichende Vorbereitung: KI wird bereits für schulische Aufgaben eingesetzt, während die schulische Orientierung zum Umgang damit aus Sicht eines großen Teils der Befragten zu kurz kommt.
Quelle: Landesschülerrat Mecklenburg-Vorpommern, Auswertung der Umfrage des Landesschülerrates zum Thema Künstliche Intelligenz in der Schule und Informatikunterricht, Befragung Ende 2025, 1.230 Teilnehmende